Alle Jahre wieder ist für die Schluchtenflitzer SOB schon etwas früher Weihnachten als für alle anderen.

So Mitte August fängt das Kribbeln an.

Es werden heimlich die einschlägigen Wetterprognosen studiert was niemals zugegeben wird. Alle sind ja schon große Bengel und am Ende ist es wurscht, wie das Wetter tatsächlich wird. Trotzdem benehmen sie sich halt wie kleine Jungs, die still und leise die ganze Bude auf der Suche nach Geschenken auf den Kopf stellen, es aber niemals zugeben.

Glücklicherweise waren alle ganz artig gewesen und das Christkind brachte ihnen gutes Wetter. Na ja, wenn es denn am Samstagabend ein klein wenig geregnet hat, lag es halt daran, dass ein paar Strolche ganz geheim ohne das Wissen ihrer besseren Hälften ein paar Mopeds ersteigert hatten. Kleine Sünden bestraft der alte Herr sofort.

Vielleicht lag es daran, dass die Kisten mit ‚Schmugeld’( von dem die Frauen nix wissen) oder mit unversteuerten Einnahmen (davon weiß das Finanzamt nix) bezahlt wurden.

Sei’s drum, wir konnten am Freitagvormittag (nachdem Peter alle Genehmigungen für Ausfahrt, Feuer, Gema, etc. besorgt hatte – Applaus!) den ganzen Gerümpel an das SSV-Heim karren, alles in Position bringen und waren sage und schreibe schon um 15.45 Uhr mit dem ganzen Zinnober fertig.

Es waren natürlich schon einige Gäste angereist(die Kreidler-IG Ortenau schlug schon am Donnerstag auf !!! ), so gegen 17.00 Uhr kamen die Jungs mit dem Leistungsprüfstand angeflogen und natürlich bauten wir das Ding gleich auf. Die ersten Kisten wurden getestet mit erstaunlichen Resultaten, die selbstverständlich gleich an die zuständigen Behörden weitergeleitet wurden.

Nach ein paar Runden Mofa-Roulette wurde der Feierabend eingeläutet, ein kleines Feuer entfacht und vor allem Bier und Wein kredenzt. Videos von alten SOB-Treffen und Bullshit-Storys kamen unters Volk. Die größte Gaudi dabei hatten ein paar 15-Jährige aus Laimering-Rieden, die ein paar Ehrenrunden mit ihrer Susi aus dem Hause Beate Uhse über’s Gelände drehten(und natürlich ein paar alte Säcke hatten AUCH ihren Spaß mit ihr). Wahrscheinlich hatte ihnen das Christkind bereits die Gummi-Susi schon gebracht, denn 15-Jährige dürfen bei Beate Uhse noch nicht zum Shoppen in den Laden.

Irgendwann war dann mal Nachtruhe angesagt, die meisten hatten ‚Sweet Dreams’, außer Peter, der hatte Albträume: Was machen wir, wenn es morgen 350, 400, 450 oder sogar 500 Mopeds werden? Vor solchen Mengen hatte er schon immer den Angstschweiß auf der Stirn.

Am Samstagfrüh um 7.00 Uhr knatterten bereits die ersten Kisten ein,(Unser Elvis scheuchte mit seinem Radio auch den letzten Vogel vom Baum ) es wurden mehr und mehr und knappe 500 Karren eroberten das Gelände. Peters Gesichtsfarbe wurde blass, blässer, leichenblass und … hier muss erst noch eine adäquate Farbe erfunden werden. Im Gegensatz dazu strahlten Helmut und Hops mit Fukushima um die Wette, denn die Beiden hatten schon immer die ‚Vision 500’. War echt eine coole Nummer,

Mofas, Mopeds und Kleinkrafträder trudelten ein, es war eine Mordsstimmung und wir brachen zum Höhepunkt des Treffens auf, dem Sturm auf den Rathausplatz und es rauschten immer noch Zweiräder an. Wahnsinn!!!

Unser Bürgermeister Charly (Dr. Karl-Heinz Stephan) durfte den Konvoi mit seinem Mofa anführen. So zog sich die Schlange von 2-Rädern vom SSV-Heim bis zum Rathausplatz hin, der nur noch 1x im Jahr so gut gefüllt ist, nämlich beim Schrannenfest.

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto wurden zuerst die Kleinkrafträder, dann die Mokicks und zuletzt die Mofas auf die Piste gelassen. Es war unglaublich, ca. 400 Mühlen die an der

Ausfahrt teilnahmen und es gab fast keine Ausfälle, abgesehen von den üblichen Spritproblemen und einer kleinen Dummheit. Sonst gab es auch keine Toten und Verletzten, der Pannendienst hatte also so wenig zu tun wie noch nie. Applaus!!! Applaus!!!

Die ganze Sache ist wirklich bemerkenswert, wenn man die letzten Jahre mal nüchtern betrachtet. Hier fällt besonders auf, dass die Krads von Jahr zu Jahr:

-besser gewartet werden

-schöner werden

-immer schneller werden

Echt geil Boys and Girls!

Halt, Stopp, es hat doch einen Totalausfall gegeben und zwar bei Peters Film-Team.

Mein allerliebster Peter, wie kannst Du nur so naiv sein, den Sascha K. zum Filmen nach Flammensbach an den Biergarten beordern? Kann doch nix werden!

Die Filmrolle war jedenfalls leer. Sascha K. behauptete, er wäre kurz vor 15.00 Uhr vor Ort und filmbereit gewesen, aber die Mopeds waren schon vorbeigefahren. Zur Beweissicherung hat er noch ein Foto mit Uhrzeit mit seinem Handy gemacht, um seine Aussagen zu untermauern. Na ja, vielleicht hat der Lausbube ja auch an der Uhr gedreht, wer weiß das schon? Ich werde mal Paulchen P. fragen, wer wo an der Uhr gedreht hat.

Schwamm drüber.

Zurück in der Högenau nahm die Party ihren todesgeilen Lauf. Es gab den ganzen Abend keinen Streit, keine Raufereien, keine Ausschreitungen, eben nix. Wie sonst auch.

SUPER VON EUCH!

Irgendwann zu späterer Stunde kramte unser Stefan seine Klampfe wieder aus, stöpselte den ganzen Bullshit zusammen und düste mit ‚Satisfaction’ von den Stones los.

Er bretterte einen Klassiker nach dem anderen ab. Er musste fast immer alleine singen, die Sache mit dem Texte lernen hatten wohl alle irgendwie und sowieso vergessen. So wurde halt nur bei den berühmten Refrains mitgegröhlt. Zum Beispiel von dem Song mit der Straße zur Hölle (die ist eh überlastet: alle geistigen Führer, Finanzberater, Banker und Politiker sind da unterwegs ins Fegefeuer).

Natürlich auch bei dem Lausigen Song, an einem Schweizer See bei Montreux, wo es um Rauch auf dem Wasser geht und ein Feuer am Himmel, keine Angst Steuer CDs bzw. Steuerbescheide wurden nicht verbrannt, es brannte nur ein Casino mit Konzertsaal ab).

Tatsächlich wurden auch mal die größten Helden müde nach ‚so much’ Musik und Beer und verschwanden in ihren Schlafsäcken. Als Schlusslicht, wie üblich war unsere ‚Lichtgestalt’ (zu diesem Zeitpunkt mehr Gestalt als Licht) Helmut daran, abzudanken.

Wer kann Helmut S. mal erklären, dass eine Lichtgestalt nicht dazu da ist, am Morgen das Licht (Sonne) anzumachen, sondern eine Lichtgestalt ist:

-Vorbild

-er Geht voran (früher in den Schlafsack)

-hat im Leben etwas geleistet (außer Bierflaschen leeren)

Vielleicht lernt er es doch noch einmal, nie die Hoffnung aufgeben!

Es gab ein paar Wanderburschen, die nach Hause gegangen waren und dabei die Abkürzung nach SOB über den Kalvarienberg genommen haben. Aber das ist halt ein Berg, den so mancher nicht mehr erklimmen konnte, so haben wir schnell beschlossen, 2014 auf dem Gipfel eine“ Rettung“ zu installieren, denn unter freiem Himmel ohne Schlafsack ist es nicht so toll.

Die –Ge-Bier-en- für diesen Service wurden wie folgt festgelegt:

-1 Halbe Kühbacher 1000 €

-Schlafsack 2000 € mit Susi 2500 €

-Frühstück (contra Halbe) gratis

Da unsere Lichtgestalt Helmut das Licht am nächsten Morgen viel zu früh angemacht hatte, kletterten wir trotzdem brav alle aus unseren Kojen und begangen zügig mit dem Abbau der Lokation und so war gegen 11.00 Uhr alles ordentlich und sogar der Festplatz gesäubert.

Dann konnten alle nach Hause, es sich auf dem Sofa gemütlich machen und eine Decke über die Nase ziehen, damit man die Bierfurze besser inhalieren kann

und so glücklich betäubt endlich selig vor sich hin grunzen konnte.

See you at 06.09.14

The dirty old man

 

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