Neues vom südlichen Ende der Republik

Nachdem das 14er Treffen bei manchen öffentlichen Stellen in SOB für Bauchschmerzen gesorgt hatte, mussten die Burschen von den Schluchtenflitzern

in diesem Jahr etwas kürzer treten und ihre Vorstellungen von einem geilen Treffen etwas mindern. Hier sei gesagt: Die Weichen fürs 10-jährige Treffen stehen schon wieder etwas besser!

Trotzdem machten sich die Boys bereits am Donnerstagabend schon mit vollem Elan an die ganze Sache heran, um auch dieses Mal ein prima Treffen für alle Beteiligten aus dem Boden zu stampfen. Die Jungs werkelten wie die Irren und siehe da, am Freitagnachmittag war schon beinahe alles aufgebaut und es sah alles prächtig aus.

Die Freaks trudelten ein, manche waren sogar schon am Donnerstag angereist und das Gelände füllte sich zusehends. Es herrschte schon mächtig Betrieb am Platz und die Stimmung hätte besser nicht sein können.

Die ersten, wie z.B. die Jecken aus Köln machten eine Ausfahrt, andere leerten ein paar halbe Bier und ein Trupp von etwa 10 Mann machte bei der Betriebs-besichtigung der Fa. Carl Pölath, Münz- und Prägewerk mit. In dieser Firma wurden früher die Emaille-Embleme für BMW und DKW Motorräder gefertigt. Aktuell werden Porsche-Embleme hergestellt. Als Tour-Gide hatte Helmut den Gerhard ‚Hooligan’ Noppenberger verpflichtet. Als alter ‚Hooligan’ (er wurde vor ca. 25 Jahren mal in Bochum festgenommen, als er haubenvoll und nicht mehr Herr seiner Haxn in einen Wattenscheider Fan stürzte), begrüßte die Teilnehmer, hauptsächlich Bochumer, in seinem VFL-Trikot.

Was soll ich sagen, der alte Süffel machte seine Sache richtig gut. Alle Beteiligten waren angetan von der fachkundigen Führung, obwohl der Noppel die zweistündige Wartezeit zwischen Arbeitsende und Führungsbeginn beim ‚Dalli’ im Biergarten verbrachte und das wohl eher nicht bei Kaffee und Kuchen.

So ging es langsam Richtung Abend und natürlich wurde ein kleines Lagerfeuer entfacht. Die ersten Notrufe gingen ein. Andy aus Karlsruhe: Mokick defekt (Motorschaden); Klaus aus Krefeld hatte keinen 2. Gang mehr und diverse Plattfüße,

aber alle kamen irgendwie an. Auch wenn es ein bisschen später, bzw. früher wurde. Andy erreichte uns erst am Morgen gegen 7.30 Uhr (er und sein Kumpel hatten noch in einer Sparkasse in der Schalterhallte eine Stunde gepennt).

So nebenbei verkaufte der Ritsch von den Schluchtenflitzern ein paar Fan-Artikel und das lief supergut. Über die Spezial-Anprobe von T-Shirts bei einer jungen Dame aus dem südlichen Schwarzwald hänge ich mal lieber den großen Mantel des Schweigens.

Zu später Stunde nervte Helmut so manchen Gast mit einer brandneuen Idee. Seiner Meinung nach müssen Ausländer (Preußen, Schwaben, Hessen, Rheinländer, Österreicher, usw.) in Bayern eine gesonderte Führerscheinprüfung ablegen und zu diesem Zweck verteilte er großzügig amtliche Prüfungsbogen für die Theorie. Am nächsten Tag sollten die Bogen von einem Fahrlehrer ausgewertet werden.

Danach krabbelten alle zufrieden in ihr Bettgemach.

Am großen Tag kamen Mopeds um Mopeds, auch der Kreidler-Dienst aus Kornwestheim kam, sowie Kiesler Racing aus Ludwigsburg und gegen 10 Uhr traf Rüdiger Nüchtern, Regisseur und Erfinder unseres Kultfilms und ebenso dessen Namensgeber ‚Schluchtenflitzer’ ein. Er hatte sogar noch Jörg Evers mitgebracht, den Komponisten der Filmmusik. Beides sau-coole Typen, total umgänglich und unkompliziert. Tja, die Beiden kamen aus dem Staunen kaum heraus, Im Vorfeld hatten sie sich schon ein wenig über unser Treffen informiert, sich die Homepage angesehen und eine Menge Fotos angeschaut, aber die Realität hier vor Ort übertraf alle ihre Erwartungen. Sie staunten, wie viel ihr Film nach über 35 Jahren noch bewegt. Beide Lausbuben freuten sich sehr über unseren Erfolg und versprachen sofort, 2016 wieder zu kommen.

Sogar Fritz Wöhe, der letzte lebende Mars-Mensch (zumindest auf der Erde) der Mars-Werke Nürnberg (nix Quelle oder Neckermann) trudelte ein und war ebenso begeistert. Er versprach uns, im nächsten Jahr mit seiner 175er Mars-Stella auf Achse zu kommen. Und das mit 82 Jahren auf dem Buckel. Respekt!

Zum Höhepunkt des Tages, dem Sturm auf das Rathaus knatterten cirka 700 Mopeds heran.

Nachdem der Bürgermeister und Schirmherr für die ganze Gaudi mal wieder keine Zeit hatte, setzte Helmut einfach Rüdiger Nüchtern aufs Bürgermeistermofa und erklärte ihn für diesen Tag zum Bürgermeister von SOB.

Danach setzte sich der gesamte Troß in Bewegung, der Rathausplatz platzte aus den Nähten, das war einfach bombastisch!

Die anschließende Ausfahrt fiel ja aus behördlichen Gründen in diesem Jahr aus (2016 schaun ma mal, werd scho wieder was geh), aber die richtigen Strolche haben sich ja gefunden, die ganze Gegend unsicher gemacht mit ihren erlaubten Privat-Ausfahrten, bzw. Rennen.

Der Rest kehrte zum SSV-Heim zurück und ging zum alkoholischen Teil des Tages über, Party an allen Fronten und Ständen.

Gegen 20 Uhr stand dann die Verlosung der 80er KTM und 10 weiterer Sachpreise an. Hobs hatte sich ja eine Menge Arbeit und Mühe mit der alten Kurbel-Tretmühle gemacht und die sah jetzt echt geil aus, ganz im Gegensatz zum glücklichen Gewinner Max S.. Der hatte ausgerechnet heute Geburtstag und war zum Zeitpunkt der Ziehung schon so haubenvoll, dass er sich schon zum Schönheitsschlaf in den PKW seiner Mutter zurückgezogen hatte. Der Knabe war so voll, dass er, als er seine Lose kaufte, nicht mal mehr seinen eigenen Namen drauf schreiben konnte. Ein Schluchtenflitzer musste diese Aufgabe übernehmen. Für diese Dienstleistung spendierte Max den Schluchtenflitzern im Gegenzug am nächsten Abend bei der Fahrzeugübergabe 100 l Bier!

Als Glücksfee fungierte Rüdiger Nüchtern. Nachdem er seine Arbeit beendet hatte, konnten wir uns seinen Film in geselliger Runde auf der eigens dafür angefertigten Großbildwand in aller Ruhe reinziehen. Es herrschte eine Stimmung auf dem Vorplatz, die die Jungs noch nicht kannten. Die Leute saßen auf den Bänken und Tischen, lauschten dem Film und alles war seltsam aber ruhig.

Nach Filmende war es mit der himmlischen Ruhe gleich wieder vorbei. Die Rock-Party war angesagt und auf der Brennplatte war natürlich reger Betrieb. Manch einer allerdings verwechselte Tische und Bänke mit der Brennplatte…

Dazu später mehr.

Gegen Mitternacht verkündete Helmut die Ergebnisse des Führerscheintests. Es waren erstaunlich gute Ergebnisse dabei, teilweise durch Gruppenarbeit und die Unterstützung von Mr. Google herbeigeführt. So hatte z.B. der Oberstrolch Dietmar Stürmer alias ‚Ultra-Didi’ den Führerschein bestanden, was uns alle zu denken geben sollte. Wie dieser Gauner zu seinem Ergebnis gekommen ist, wollten wir doch noch genauer untersuchen.

Im Anschluss wollten die Schluchtenflitzer noch alle Teilnehmer, die den Test bestanden hatten zum Alkoholtest bitten, um das durch Unterschleif ergaunerte Ergebnis wieder zu korrigieren, aber der Besitzer der Pustetüte Klaus S. aus P. war so dermaßen randvoll, dass er zu diesem Zeitpunkt schon von seiner Lebensabschnittsgefährtin nach Hause verfrachtet worden war. Vorher hatte er noch die Brennplatte mit einer Bierbank verwechselt, was der Bank und seinen Hinterreifen das Leben kostete. Die Wirtin freute sich darüber, das der Klaus ihr die Bank anstandslos ersetzte. So war Klaus geldlos und wir Schluchtenflitzer standen da ohne den Alkomaten, den der Hanswurst ja schon mit nach Hause genommen hatte.

Die Fete endete wie immer am Lagerfeuer, auch der einsetzende Regen konnte den Jungs die Stimmung und den Durst nicht verderben bis hin zum Morgengrauen. Besser gesagt dem Morgen graute, als er die übrig gebliebenen Gestalten sah.

So ist es halt am Ende, die einen stehen auf, die anderen wanken in ihre Kojen und den Schluchtenflitzern graut’s vorm Aufräumen.

Aber eines kann ich Euch sicher versprechen: 2016 zum 10-jährigen werden die Kerle alles versuchen und sich wieder mächtig ins Zeug legen und Gas geben!

Mit Ausfahrt! Live-Band, etc. Drückt uns die Daumen.

All right, see you in 2016..

 

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